Harte Zeiten bringen dich nicht um – sie machen stark Jahreshauptversammlung der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe BGL

Mitterfelden – Im BRK-Haus Mitterfelden fand die Jahreshauptversammlung der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Berchtesgadener Land statt. Dazu entbot die Gruppenleiterin Monika Herbst ein herzliches Willkommen an die Ehrengäste Pfarrer Wernher Bien, 1. Bürgermeister Hans Eschlberger und Margret Sturm-Wiersig in Vertretung von Alexandra Heßberger, BRK-Bereitschaft Ainring. Der evangelische Pfarrer Werner Buckel hatte sich wegen anderer Termine entschuldigen lassen. Ein Dank galt der großen Anzahl von Gruppenmitgliedern, die der Einladung gefolgt waren.

Zum stehenden Totengedenken, gedachte man insbesondere der im Juni vergangenen Jahres verstorbenen Barbara Rudholzer und allen ihrer vorangegangenen Gruppenmitglieder. Dazu hatten sie für 2016 das Motto gewählt: „Harte Zeiten bringen dich nicht um - sie machen dich stark". Dazu sagte Monika Herbst: „Füreinander miteinander. Gegenseitiges motivieren und voneinander lernen wieder den Weg ins alltägliche Leben zu finden. Motivation und Wille führen zum Ziel. Gegenseitiges Anspornen und erfolgreiche Zusammenarbeit sollen zum Ziel führen und geben die Kraft dazu."

In diesem Zusammenhang dankte die Gruppenleiterin ihrer Vorstandsmannschaft für die geleistete Arbeit und bei der Bereitschaft des örtlichen Roten Kreuzes, immer hilfreich zur Stelle, wenn einmal Not am Mann sei. Nicht vergessen ließ Monika Herbst die Spender und Förderer, denn ohne finanzielle Unterstützung könne kein Verein arbeiten. Man sei aber immer bemüht die Gelder wirtschaftlich zu verwalten. Lob und Anerkennung galt dem guten Kassier und zugleich ihrem Ehemann Rupert sowie dem „Edelweißduo" Henninger, die den Faschingsnachmittag mit ihrer flotten Musik und lustigen Sketchen aufheitern.

Der Bericht beinhaltete die Vereinstätigkeiten des letzten Jahres. So gab es für die Mitglieder unbeschwerte Nachmittage, den Besuch beim Ainringer Bauerntheater, Faschingsfeier, Grillfest, Eisessen in Kühnhausen, Jahresausflug zum Tegernsee, Bingospiel und Weihnachtsfeier.

Die örtliche Apotheke hatte einen informativen Vortrag über die korrekte Einnahme von Medikamenten gehalten. Ein Polizist klärte die Gruppenmitglieder auf über Tricks der Taschendiebe, sowie unreelle Haustürgeschäfte und Anrufe. Aufklärungsarbeit über den Schlaganfall wurde 5 mal mit einem Infostand in Loipl und einem Vortrag im Rathaus Mitterfelden geleistet, sowie telefonische Beratung. Die Vorsitzende bildete sich bei zwei Terminen in der Selbsthilfekontaktstelle und beim Bayerischen Schlaganfallverband in München weiter.

Nach dem Report des Kassiers Rupert Herbst und dem Bericht der Kassenprüfer, vorgetragen von Inge Henninger, erfolgte die einstimmige Entlastung der Vorstandschaft.

Bei den Grußworten betonte Pfarrer Werner Bien, dass er sich trotz Termindruck über die Einladung freue und gerne gekommen sei. Er verglich die Gruppe – am selben Tag war Josefitag – mit dem heiligen Josef, denn auch er war sehr ruhig, hilfsbereit, lieb und nett zu allen Menschen , so wie es auch in dieser Gruppe der Fall sei.

Bürgermeister Hans Eschlberger erörterte, jeder sei seines Glückes Schmid – so heiße es im Sprichwort und es schon klar, dass in erster Linie jeder selbst für sein Leben verantwortlich sei. Deshalb sagen manche Menschen: „Lieber mache ich alles selber, dann brauche ich niemanden bitten, bin von niemandem abhängig und brauche auch nicht danke sagen." Früher sei dies anders gewesen: Ob jung oder alt, arm oder Reiche, alle waren sich bewusst, dass das Leben und das Überleben abhängig ist von den Kräften der Natur, vom Jagdglück oder von der Gunst der Mitmenschen. „Unsere Selbsthilfegruppe für Schlaganfallbetroffene greift diesen Gedanken, sich gegenseitig helfen und unterstützen, wieder auf und erfüllt diesen mit Leben."

„Alle, die heute versammelt seien, wissen: Nicht jeder ist seines Glückes Schmied. Manchmal kommen unabwendbare Schicksalsschläge, die außerhalb unserer Einflussmöglichkeiten liegen, sei es eine Krankheit, ein Schlaganfall, der einen oder eine mitten im Leben stehend, wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft". Wenn man heute „so beinand sitzen" sei trotz allem Schicksal eine gute Gelegenheit, dankbar zu sein, beispielsweise dafür, des diese Gemeinschaft gebe, dankbar dafür, dass sich Schlaganfall-Betroffene wie Monika Herbst und Inge Henninger seit vielen Jahren mit Herzblut und mit viel Energie und Menschlichkeit für diese Gemeinschaft einsetzen. Dafür sprach der Bürgermeister sein Vergelts Gott persönlich und namens der Gemeinde Ainring, aber letztlich für alle Gemeinden des Landkreises, „wo sie alle ihre Heimat haben". Eschlberger wünschte weiterhin eine gute und abwechslungsreiche Gemeinschaft.

Die Neuwahlen leitete der Bürgermeister, als Protokollführer stellte sich Pfarrer Wernher Bien zur Verfügung. Die zu wählenden Kandidaten wurden alle einstimmig wiedergewählt: 1. Vorsitzende Monika Herbst, 2. Vorsitzende Inge Henninger, Kassier Rupert Herbst. Als Kassenprüfer stellten sich ebenfalls wieder zur Verfügung Inge Henninger und Manfred Walter.

 

 

Die wieder gewählte Vorstandschaft, von links: Kassier Rupert Herbst, 2. Vorsitzende Inge Henninger, 1. Vorsitzende Monika Herbst und Kassenprüfer Manfred Walter

 

Für 10 Jahre treue Mitgliedschaft im Verein wurden geehrt (von links Bürgermeister Hans Eschlberger (ohne Ehrung), Ehepaar Inge und Manfred Henninger, Doris Plenk, Ilse Streichsbier, Marianne und Josef Schöfecker.

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